

08.01.26 –
Senior*innen müssen stehen
Gut ein Viertel der Menschen in Weimar ist älter als 65 Jahre, Tendenz steigend. Die Bevölkerung wird immer älter, daran muss sich auch unsere Stadt anpassen. Viele Maßnahmen, von denen Ältere profitieren, verbessern die Situation für alle: mehr kühle Orte bei Sommerhitze, barrierearme Straßen und Plätze, ein gut ausgebautes Busnetz und… Bänke.
Manch einem in guter körperlicher Verfassung wird es vielleicht nicht auffallen, aber Älteren, Schwangeren, Menschen mit körperlichen Einschränkungen, Kranken und Eltern mit kleinen Kindern dagegen schon: In unserer Stadt gibt es zu wenig Bänke. Nicht nur in der Innenstadt und in den Wohngebieten, sondern auch und besonders an Weimars Bushaltestellen. Dabei nutzen doch gerade Menschen, die nicht gut zu Fuß sind, überproportional häufig den Bus – und müssen dann meist im Stehen auf eben jenen warten. Denn Bänke haben bislang in der Regel nur jene Haltestellen, die stark frequentiert sind und auch ein Wartehäuschen haben. An mehr als der Hälfte der Haltestellen in Weimar müssen Menschen stehend warten. Betroffene wissen, wie anstrengend das sein kann.
Daher hatten wir im Stadtrat beantragt, viel mehr Haltestellen mit Sitzgelegenheiten auszustatten. Damit wollen wir als Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN einen Beitrag zu einer seniorenfreundlichen Stadt leisten und eine spürbare Veränderung für viele Menschen bewirken. Es ist bedauerlich, dass nur die Fraktion der Linken dem Antrag zustimmte, und die anderen Fraktionen ihn ablehnten, unter anderem mit Verweis auf die Kosten. Wie ernst meint man es wohl mit der Seniorenfreundlichkeit, wenn man nicht bereit ist, Geld dafür auszugeben? Für uns ist jedenfalls klar: wir werden nicht nachlassen im Einsatz für mehr Bänke in Weimar. Damit niemand stehen gelassen wird.
Für die Fraktion: Ann-Sophie Bohm
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