

27.08.25 –
Anfrage der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, eingereicht zur Stadtratssitzung am 10.09.2025
Die Stadtratsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN gratuliert dem Verein mini_Verlag der Buchkinder e. V. zur lobenden Erwähnung des Projekts „FreiraumSpielraumBauhaus“ in der Kategorie Politisches Engagement des Deutschen Kinder- und Jugendpreises 2025. Im Rahmen des Partizipationsprojekts entwickelten 135 Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis 17 Jahren einen Spiel- und Begegnungsort auf dem Zeughofareal bzw. dem Freiraum hinter dem Kulissenhaus.
Der Bauhaus-Grundidee einer ganzheitlichen, nachhaltigen und verbindenden Arbeitsweise und seiner reduzierten Formensprache folgend, entstand die Idee einer neuen Art von Spielraum. Dabei waren die Teilnehmer*innen von der Entwicklung bis zur Umsetzung in das Projekt mit eingebunden und übten sich in Design und Statik, Spielplatzpflege, Sicherheit, mit der Funktionsweise von Spielgeräten, mit Modellbau und 360-Grad-Animation.
Weil sie die Geschichte des Ortes in ihren Modellen berücksichtigen wollten, haben sie diese im Stadtarchiv recherchiert. In der Begründung der Jury heißt es: „FreiraumSpielraumBauraum macht eindrucksvoll vor, wie zeitgemäße Stadtplanung und -gestaltung in jugendgerechten Kommunen aussehen kann.“ Mehr Infos zum Projekt in diesem aktuellen Video des Kinderhilfswerks "FreiraumSpielraumBauraum aus Weimar - Deutscher Kinder- und Jugendpreis 2025“ (https://www.youtube.com/watch?v=oYz6VVhGx_0). Eine Realisierung der Ideen der Kinder und Jugendlichen ist der Stadtratsfraktion jedoch nicht bekannt.
Vor diesem Hintergrund fragt die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN den Oberbürgermeister:
Antwort auf Frage 1: Zu welchem Zeitpunkt und wie ausführlich wurden in den vergangenen sechs Jahren der Stadtrat und seine Ausschüsse über das Vorhaben informiert? Bitte tabellarisch auflisten.
Da das Projekt komplett in Eigenregie des Vereins durchgeführt wurde und auch nur konzeptioneller Natur war, wurde und wird eine Berichtspflicht in den Ausschüssen oder im Stadtrat nicht gesehen.
Antwort auf Frage 2: In welcher Form hat die Stadtverwaltung das Projekt seit 2019 unterstützt? Bitte unterteilen in finanzielle, organisatorische oder mediale Unterstützung.
Mediale Unterstützung:
Berichterstattung und Hinweis auf Veranstaltungen im Rathauskurier: Ausgabe 1 / 2019, Ausgabe 14 / 2019, Ausgabe 1 / 2024
Projektvorstellung auf der Internetseite des Kinderbüros: www.kinderbuero-weimar.de, Januar bis September 2024 mit Verlinkung des Blogs und pdf der Pläne
Organisatorische Unterstützung:
- 30.1.2019 Bereitstellung der Räume Stadtbibliothek für die Eröffnungsveranstaltung / Teilnahme von Frau Solaß für die Stadtverwaltung
- 30.01.-23.03.19 Ausstellung "bauhausKINDER laboratorium" in der Stadtbibliothek
- Kooperationsvertrag mit dem Grünflächenamt vom 1.1.2019 bis 1.11.2019 in diesem Rahmen unter anderem Bereitstellung von Lageplänen
- Kostenfreie Sondernutzung Mai 2019 Anbringung von Informationsbannern am Bauzaun Zeughof
- 14.05.2019 Fragestunde der Projektbeteiligten zur Arbeit des Grünflächenamtes - Teilnahme von Hr. Friedrich
- 28.5.2019 Teilnahme von Frau Solaß und Hr. Friedrich am Projekt in der TGS Carl-Zeiss, Interviews mit Kindern und Videoaufnahmen
- 2.7.2019 Kommunalservice unterstützt ein Spielplatzprojekt mit Schülerinnen zur Spielplatzpflege (Projektbesuch Frau Solaß)
- Dezember 2019 Sondernutzung für Anbringung von Guck-Kästen Spielplatzmodelle am Bauzaun Zeughof
- 13.12.2019 – Veranstaltung vor Ort – Vorstellung der bisherigen Projektideen – Teilnahme Vertreter der Stadtspitze, Hr. Friedrich
- 4. Mai bis 1. Juni 2022 Bereitstellung der Räume Stadtbibliothek für die Ausstellung der Ergebnisse
- 14.12.2023 – Präsentation und Abstimmung mit OB und Verein in der OMA, Teilnahme Hr. Friedrich
- 2025 Abtransport der bespielbaren Türen aus der OMA + Einlagerung und Prüfung durch TÜV – dafür 2 Vor-Ort-Termine am 25.03 und 27.03.2025
Finanzielle Unterstützung
- Prüfung der bespielbaren Türen durch TÜV 392 Euro aus Budget Spielplatzunterhalt
Darüber hinaus trat das Kinderbüro in mehreren Jahren als Bündnispartner bei der Förderbeantragung für „Kultur macht stark“ auf.
Antwort auf Frage 3: Wie bewertet die Stadtverwaltung den mehrmaligen Erfolg der Weimarer Initiative, die damit ein überregionales Schlaglicht auf Weimar als „jugendgerechte Kommune“ wirft?
Die Beteiligung von Kinder – und Jugendlichen gerade bei der Neugestaltung oder Umgestaltung für Spielplätzen und Freizeitangebote in Maßnahmen der Stadtverwaltung ist mittlerweile gelebte Praxis und passiert in enger Zuarbeit mit den beteiligten Ämtern und Verantwortlichen (Kinderbüro, AG Spielraum, Grünflächenamt, Kommunalservice, Nutzer
u.ä.). Aus Kosten- und Zeitgründen ist oftmals eine solche intensive Auseinandersetzung mit einem externen Projekt - wie in diesem Fall - nicht zu realisieren. Wenn mit solchem Engagement von Dritten dann bei einzelnen Projekten solche Ergebnisse erzielt werden und über die Stadtgrenzen hinaus eine entsprechende Anerkennung erhalten, ist das eine Prima-Sache und unterstützt auch die Verwaltung, gerade die Interessen der Kinder- und Jugendlichen stärker durchsetzen zu können.
Antwort auf Frage 4: Wie kam es dazu, dass anstelle einer modifizierten Realisierung der Entwürfe aus der Kinder- und Jugendbeteiligung der aktuell dort vorhandene Spielplatz realisiert wurde?
Wie in der Pressemitteilung Zeughof erhält wieder Spielareal zu entnehmen ist, handelt es sich um eine temporäre Lösung, bei der gemeinsam mit der Verein Haus der Weimarer Republik e.V. ein temporärer Spielbereich mit Balancierstämmen, Palisaden und Stelzen geschaffen wurde. Hohe Bäume spenden Schatten, und Sitzmöglichkeiten laden zum Verweilen ein. Dazu wurden noch weitere Blühflächen und Wiesen angelegt, um auch hier positive Effekte für das Mirkoklima im Bereich Theaterplatz und Innenstadt zu erzielen. Von Anfang an war klar, dass die Wiederherstellung des Spielplatzes Zeughof ein wesentlicher Bestandteil der gesamträumlichen Neugestaltung des Stadtquartiers Zeughof/Donndorfbrunnen sein wird, aber auch nur zusammen mit der städtebaulichen Entwicklung des gesamten Stadtquartiers erfolgen kann. Ebenso wurde zu Beginn des Projektes dem Verein gegenüber klar zu verstehen geben, dass es keinen Anspruch auf eine komplette Umsetzung der entwickelten Ideen und Konzepte geben kann. Leider wurde diese anfangs erwähnten Rahmenbedingungen seitens der Akteure des Vereins immer wieder bewußt ignoriert und wiederholt bei ihren Aktionen auch falsch dargestellt. Die Stadtverwaltung hat zudem versucht, eine Kooperation zwischen dem Verein Haus der Weimarer Republik - welcher sich um die Gestaltung und Finanzierung des temporären
Spielplatzes kümmerte - und dem Verein Buchkindern e.V. zu vermitteln. Diese kam aber nicht zu Stande.
Antwort auf Frage 5: Wie sieht die Zukunft der Spielmöglichkeiten auf dem Zeughofareal aus Perspektive des Stadtentwicklungsamtes aus und welche Rolle spielt dabei die Partizipation von Kindern und Jugendlichen?
Im Rahmenplan zum Sanierungsgebiet (Beschluss Fortschreibung SR 2020) ist für den Bereich Zeughof folgende Maßnahme vermerkt: Der Spielplatz ist demnach als ein fester Bestandteil der Gebietsentwicklung verankert. Sobald eine Umsetzung möglich ist, werden die Ideen der Kinder und Jugendlichen einbezogen und auf Machbarkeit und Finanzierbarkeit geprüft.
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