

21.01.26 –
Anfragetext:
Vor dem Beginn jahrelanger Großbaustellen ist eine Prüfung des tatsächlichen Bedarfs förderlich. Dafür ist es stadtplanerisch üblich, vor der Auseinandersetzung mit einer Aufgabenstellung für einen städtebaulichen Wettbewerb, auch mögliche lokale Referenzprojekte zurate zu ziehen. Als strukturell ähnlich zum Gebiet im Merketal fällt das Baugebiet „Lützendorfer Straße“ ins Auge: Ebenfalls in Eigentümerschaft der LEG, „in direkter Nähe zum Kindergarten, Schulen und Versorgungseinrichtungen“ sowie in „landschaftlich reizvoller Südhanglage“ (zitiert aus der Werbung der LEG). Selbst die Innenstadt ist vom Merketal aus, wie auch vom Baugebiet „Lützendorfer Straße“ ähnlich weit (2-3 km) entfernt. Die Nachfrage nach den seit 2017 erschlossenen und vermarkteten Grundstücken dürfte somit Auskunft geben über eine potentielle Nachfrage für das eventuelle Baugebiet Merketal.
Daher fragt die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN den Oberbürgermeister:
Wie ist der Erschließungsstand der Grundstücke im Bebauungsplangebiet „Lützendorfer Straße“? Für wie viele der Parzellen gibt es bereits Reservierungen?
Wie viele erschlossene, aber unbebaute Parzellen befinden sich im Bebauungsplangebiet ? Welcher prozentualen Auslastung der vorgesehenen Bauflächen/Parzellen entspricht das? Bitte nach Einfamilienhaus/Zweifamilienhaus/Mehrfamilienhaus differenziert darstellen.
Welche innovativen, insbesondere ökologischen Ansätze der LEG an der Lützendorfer Straße könnten in ein neues Projekt überführt werden, damit dies dem Anspruch an ein „zukunftsweisendes Modellprojekt“ gerecht wird, das auf den Anwohnerversammlungen in Oberweimar versprochen wurde?
Antwort
Daher fragt die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN den Oberbürgermeister:
Frage 1: Wie ist der Erschließungsstand der Grundstücke im Bebauungsplangebiet „Lützendorfer Straße“?
Für wie viele der Parzellen gibt es bereits Reservierungen?
Antwort:
Der 1. Bauabschnitt ist erschlossen und alle Grundstücke sind bebaut.
Der 2. und 3. Bauabschnitt sind noch nicht erschlossen.
Seitens der LEG wurde noch nicht die Möglichkeit gegeben, konkrete Reservierungen vorzunehmen.
Frage 2: Wie viele erschlossene, aber unbebaute Parzellen befinden sich im Bebauungsplangebiet?
Welcher prozentualen Auslastung der vorgesehenen Bauflächen/Parzellen entspricht das? Bitte nach Einfamilienhaus/Zweifamilienhaus/Mehrfamilienhaus differenziert darstellen.
Antwort:
Ausgehend von der Antwort zur Frage 1 befinden sich im Bebauungsplangebiet derzeit keine Parzellen, die erschlossen und unbebaut sind.
Frage 3: Welche innovativen, insbesondere ökologischen Ansätze der LEG an der Lützendorfer Straße könnten in ein neues Projekt überführt werden, damit dies dem Anspruch an ein
„zukunftsweisendes Modellprojekt“ gerecht wird, das auf den Anwohnerversammlungen in
Oberweimar versprochen wurde?
Antwort:
Bei der Lützendorfer Straße handelt es sich um einen Konversionsstandort. Im Vordergrund stand die Revitalisierung des ehemaligen militärisch genutzten Geländes. In diesem Zuge wurden alte Gebäude abgerissen und die Beseitigung von Kontaminationen vorgenommen. Der Standort ist daher nicht direkt mit dem Gebiet im Merketale vergleichbar.
Es ist festzuhalten, dass der Bebauungsplan für das Gebiet bereits 2016 rechtskräftig geworden ist, d.h. die Planung des Gebiets liegt bereits ein Jahrzehnt zurück. Seitdem haben sich die Anforderungen, die an neue Baugebiete u.a. in Bezug auf den Klimaschutz und die Klimaanpassung zu stellen sind, deutlich verändert. Dachbegrünungen z.B. sind heute in neuen Baugebieten kein innovativer Ansatz mehr. Vor diesem Hintergrund und geänderter gesetzlicher Bestimmungen sind für das Baugebiet „Im Merketale II“ eigene Ansätze zu definieren.
Kategorie
Anfragen und Anträge | Stadtentwicklung und Bauen | Weimar Fraktion