

27.11.25 –
Anfrage: VorgegebenesSzenario für dieKlimafunktionsanalyse
Derzeit lässt die Stadtverwaltung verschiedene Studien anfertigen, um sich auf die Klimakrise vorzubereiten und ihre Auswirkungen für Weimar abschätzen zu lassen. Für die Vergleichbarkeit der Ergebnisse ist relevant, mit welchen Temperaturanstiegen bzw. Klimawandelszenarien („RCPs“; umfassen verschiedene Pfade zur Akkumulation von CO2 in der globalen Atmosphäre) gerechnet wird.
In der Klimafunktionsanalyse, deren Ergebnisse im Frühjahr 2025 vorgestellt wurden, wurde nur ein Szenario, das als optimistisch eingeschätzte RCP4.5, zugrunde gelegt. Für das Jahr 2045 wird somit ein Temperaturaufschlag von +1,9 Grad Celsius unterstellt. Der Klimasteckbrief Weimar hingegen, abrufbar auf der städtischen Homepage und erstellt vom Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz im April 2025, nutzt das Szenario RCP8.5, das derzeit von vielen Messdaten bestätigt wird. Demnach ist auf Grundlage dieser Daten vom Deutschen Wetterdienst von einem Temperaturanstieg in Weimar bis 2,7 Grad Celsius bis zum Jahr 2050 auszugehen. Bei der jüngst veröffentlichten Aufgabenstellung für das Klimaanpassungskonzept der Stadt wird wiederum anders vorgegangen: in Punkt A.1.2. wird die Ermittlung der potenziellen klimatischen Veränderungen mindestens anhand eines moderaten Szenarios (mindestens zu erwartende Veränderungen, Szenario mit mittleren Emissionen) und eines extremen Szenarios (Szenario mit hohen Emissionen) erwartet.
Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fragt den Oberbürgermeister:
1. Warum wurde für die Klimafunktionsanalyse nur ein einziges Szenario für die Klimafunktionsanalyse zugrunde gelegt? Warum wurde RCP4.5 gewählt?
Warum wurde das im Klimasteckbrief verwendete Szenario nicht auch für die Klimafunktionsanalyse zugrunde gelegt, um eine bessere Vergleichbarkeit zu gewährleisten?
Was würde die Einbeziehung dieses im Klimasteckbrief verwendeten Szenarios in die Klimafunktionsanalyse u. a. für die in den Steckbriefen betrachteten Gebiete bedeuten?
Antwort
Derzeit lässt die Stadtverwaltung verschiedene Studien anfertigen, um sich auf die Klimakrise vorzubereiten und ihre Auswirkungen für Weimar abschätzen zu lassen. Für die Vergleichbarkeit der Ergebnisse ist relevant, mit welchen Temperaturanstiegen bzw. Klimawandelszenarien („RCPs“; umfassen verschiedene Pfade zur Akkumulation von CO2 in der globalen Atmosphäre) gerechnet wird. In der Klimafunktionsanalyse, deren Ergebnisse im Frühjahr 2025 vorgestellt wurden, wurde nur ein Szenario, das als optimistisch eingeschätzte RCP4.5, zugrunde gelegt.
Für das Jahr 2045 wird somit ein Temperaturaufschlag von +1,9 Grad Celsius unterstellt. Der Klimasteckbrief Weimar hingegen, abrufbar auf der städtischen Homepage und erstellt vom Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz im April 2025, nutzt das Szenario RCP8.5, das derzeit von vielen Messdaten bestätigt wird.
Demnach ist auf Grundlage dieser Daten vom Deutschen Wetterdienst von einem Temperaturanstieg in Weimar bis 2,7 Grad Celsius bis zum Jahr 2050 auszugehen. Bei der jüngst veröffentlichten Aufgabenstellung für das Klimaanpassungskonzept der Stadt wird wiederum anders vorgegangen: in Punkt A.1.2. wird die Ermittlung der potenziellen klimatischen Veränderungen mindestens anhand eines moderaten Szenarios (mindestens zu erwartende Veränderungen, Szenario mit mittleren Emissionen) und eines extremen Szenarios (Szenario mit hohen Emissionen) erwartet.
Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fragt den Oberbürgermeister:
Frage 1: Warum wurde für die Klimafunktionsanalyse nur ein einziges Szenario zu-grunde gelegt? Warum wurde RCP 4,5 gewählt?
Antwort:
Der Stadt war es wichtig, der Klimafunktionsanalyse ein Szenario zu Grunde zu legen, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit eintritt. Nach Empfehlung der Arbeitsgruppe Klimaanalyse hat man sich davon ausgehend für das mittlere Klimawandelszenario RCP 4,5 entschieden.
Das Szenario RCP 4,5 geht davon aus, das einzelne Maßnahmen der Emissionsminderung auch Wirkung zeigen, während RCP 8,5 die Aussage beinhaltet „weiter wie bisher“.
Im Übrigen unterscheiden sich die beiden Szenarien bis zur Mitte des Jahrhunderts nicht wesentlich, zumal die Klimafunktionsanalyse Weimar den Höchstwert des mittleren Klimawandelszenarios und ein zusätzliches Trockenheitssignal angewandt hat.
Frage 2: Warum wurde das im Klimasteckbrief verwendete Szenario nicht auch für die Klimafunktionsanalyse zugrunde gelegt, um eine bessere Vergleichbarkeit zu gewährleisten?
Antwort:
Eine Vergleichbarkeit der beiden Untersuchungen wäre durchaus wünschenswert. Jedoch wurde die Klimafunktionsanalyse Weimar bereits Ende des Jahres 2022 in Auftrag gegeben. Der Klimasteckbrief des TLUBN wurde im April 2025 veröffentlicht. Zu diesem Zeitpunkt war die Klimafunktionsanalyse bereits fertiggestellt.
Hinzuweisen ist in diesem Zusammenhang auch darauf, dass sich sowohl Referenzperiode wie Zukunftshorizont von Klimafunktionsanalyse Weimar und Klimasteckbrief TLUBN unterscheiden.
Die Klimafunktionsanalyse Weimar verwendet als Referenzperiode die Jahre 1971 bis 2000, der Klimasteckbrief TLUBN die Jahre 1961 bis 1990. Der Zukunftshorizont der Klimafunktionsanalyse Weimar ist 2045, der des Klimasteckbriefes TLUBN 2050.
Dies muss bei einer Gegenüberstellung der Daten berücksichtigt werden. Bereinigt man diese unterschiedlichen Prämissen ergibt sich, dass sich die in der Anfrage genannten absoluten Zahlen des Temperaturanstiegs in beiden Untersuchungen nicht wesentlich voneinander unterscheiden.
Frage 3: Was würde die Einbeziehung dieses im Klimasteckbrief verwendeten Szenarios in die Klimafunktionsanalyse u.a. für die in den Steckbriefen betrachteten Gebiete bedeuten?
Antwort:
Es würde zu keinen grundlegenden Änderungen der Analyseergebnisse und der städtischen Steckbriefe kommen. Da Kaltluft auf Freiflächen mit nächtlicher Abkühlung entsteht und die Bewegung der Kaltluft durch die orographischen Bedingungen zustande kommt, wären die Ergebnisse der Berechnungen mit dem Szenario RCP 8,5 und die daraus abgeleiteten Karten bis auf minimale Unterschiede gleich wie die Ergebnisse von RCP 4,5. Es wäre dann nur 0,6 Grad wärmer auf allen Flächen. Das Gesamterscheinungsbild der Hitzekarten mit den zu erwartenden Hotspots würde sich damit nicht ändern.
Kategorie
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