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DS 2025/051/F

Anfrage: Coudray-Jubiläum 2025 - Welche Würdigung plant die Stadt Weimar?

20.02.25 –

Anfrage der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, eingereicht zur Stadtratssitzung am 06.03.2025

Clemens Wenzeslaus Coudray, Oberbaudirektor des Großherzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach 1816 bis zu seinem Tode, hat für unsere Stadt eine besondere Bedeutung. Er prägte als Architekt das Stadtbild Weimars und zahlreicher anderer Orte maßgeblich mit. Mit seiner Arbeit wirkte er zudem als Pionier, insbesondere im Brandschutz ist sein Engagement herauszuheben. Zahlreiche der von ihm erarbeiteten Vorschriften für das Bauwesen sind in Grundzügen bis heute gültig. Coudray hat in diesem Jahr seinen 250. Geburtstag und zugleich 180. Todestag. Eine Würdigung seiner Person und Tätigkeit an seiner Hauptwirkungsstätte, in Weimar, wäre daher mehr als angemessen.

Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fragt den Oberbürgermeister:

  1. Welche Ideen hat die Stadtverwaltung zur Würdigung Coudrays und wie bzw. wann werden diese umgesetzt?
  2. Welche Veranstaltungen oder anderweitige Jubiläumsaktivitäten wird es in diesem Jahr seitens der Stadt Weimar zu Ehren Coudrays geben?
  3. Wie wird im Lichte der Jubiläen die Zusammenarbeit mit der Stadt Bad Berka und dem dortigen Coudray-Haus vorangetrieben?

Antwort auf Frage 1: Welche Ideen hat die Stadtverwaltung zur Würdigung Coudrays und wie bzw. wann werden diese umgesetzt?
Der bedeutende Architekt, dessen 250. Geburtstag sowie 180. Todestag wir 2025 begehen, wirkte ab 1816 als großherzoglicher Oberbaudirektor in Weimar. Er war verantwortlich für zahlreiche öffentliche und private Bauten, für ganze Stadtanlagen und für eine moderne Verkehrswegeplanung. Sein umfangreiches Werk, das in enger Beziehung zu Goethes Architekturanschauung steht, reicht vom Schlossbau zum bürgerlichen Wohnungsbau, über Schulen und Kirchen bis hin zur Weimarer Fürstengruft und zu Bauerngehöften. Ab April wird daher im Stadtmuseum Weimar die Tafel-Ausstellung Goethes vergessener Baumeister - Clemens Wenzeslaus Coudray (1775-1845) gezeigt in Zusammenarbeit mit der auerswald concept special service gmbh und Hella Tänzer. Diese Ausstellung wird ergänzt um
Objekte aus dem Bestand des Stadtmuseums. Hervorzuheben ist hier eine im Dezember durch das Stadtmuseum angekaufte Biedermeiertasse. Das ungemarkte Biedermeier-Ansichtsporzellan mit ungewöhnlich vielen Ansichten, entstand zwischen 1825 und 1850. Das sehr seltene Stück mit neun Ansichten, u. a. mit Tiefurt und Ettersburg, ist unter anderem deshalb besonders wertvoll, weil es eine direkte Verbindung von Weimar ins Weimarer Land herstellt und damit auch auf „Goethes Baumeister“ Clemens Wenzeslaus Coudray hinweist: So ist das Kurhaus in Berka, heute Bad Berka, prominent abgebildet. Zudem gibt es im Rathauskurier eine Serie mit dem Titel Jubiläumsjahr 2025 2025: Goethe
und Coudray. Die Zuarbeit teilen sich das Stadtarchiv und das Stadtmuseum.

Antwort auf Frage 2: Welche Veranstaltungen oder anderweitige Jubiläumsaktivitäten wird es in diesem Jahr seitens der Stadt Weimar zu Ehren Coudrays geben?
Im Jahresmagazin der Weimar GmbH, dem zentralen, in allen Hotels ausliegenden Kommunikationsmedium, wird Coudray ein Beitrag gewidmet. Coudray wird den touristischen Publikationen als Goethes Freund und Gesprächspartner thematisiert. Insofern wird Coudray vor allem im Zusammenhang mit dem Themenjahr Goethes Faust eine Rolle spielen. In der Bauhaus Universität wird ein Seminar im Sommersemester angeboten, das Coudray und seine Bedeutung für die Architekturgeschichte Weimars würdigt. Geplant ist u.a., Gebäude von Coudray als Architekturmodelle nachzubauen und möglicherweise rund um den Geburtstag Coudrays am 23. November an einem öffentlichen Ort zu zeigen. Hier steht wiederum das Stadtmuseum bereit. Umfang und mögliche Begleitveranstaltungen hängen allerdings von der Anzahl der Einschreibungen zum Sommersemester ab, so dass die weiteren Planungen der Bauhaus Universität erst nach der zweiten Aprilhälfte stattfinden können.

Antwort auf Frage 3: Wie wird im Lichte der Jubiläen die Zusammenarbeit mit der Stadt Bad Berka und dem dortigen Coudray-Haus vorangetrieben?
Bereits im November 2023 wurde in größerer Runde mit Verantwortlichen aus den Bereichen Tourismus und Kultur von Bad Berka und Weimar das Jubiläumsjahr 2025 besprochen und mögliche Kooperationen vorgeschlagen. Vor allem die Bereitschaft des Stadtmuseums für verschiedene Projekte als Kooperationspartner zur Verfügung zu stehen und die Begleitung und Veröffentlichung des Jubiläumsprogramms von Bad Berka durch die Weimar GmbH sind ein Ergebnis dieses Termins.

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Stolpersteine

Im Mai 2007 wurden die ersten drei Stolpersteine in Weimar verlegt. Unser Kreisverband hat damals die Patenschaft für einen weiteren Stolperstein, der im folgenden Jahr am 7. Mai in Weimar verlegt wurde, übernommen. Dieser erinnert an Richard Kohlmann  (Carl-von-Ossietzky-Straße 18), den ersten Bürger Weimars, der 1937 im KZ Buchenwald ermordet wurde.
2018 beschloss der Vorstand unseres Kreisverbandes für die Verlegung eines weiteren Gedenksteins Pate zu stehen. Dieser wurde am 16. August 2021 zum Gedenken an Karl Sachs, den jüngsten Sohn des Gründers des Weimarer Kaufhauses Sachs & Berlowitz in der Schillerstraße 17-19,  vor seinem letzten Wohnort in Weimar in der Brucknerstraßee 11 verlegt, jedoch zu unserem großen Entsetzen noch in der darauffolgenden Nacht gestohlen (s. TA vom 19. August 2021). Ein Ersatz konnte zum Glück sogleich angefertigt werden.