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DS 2025/186/F

Anfrage: Solaranlagen auf städtischen Dächern

27.08.25 –

Anfrage der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, eingereicht zur Stadtratssitzung am 10.09.2025

Photovoltaik und Windkraft an Land sind die mit Abstand preisgünstigsten Quellen der Stromproduktion. Zudem werden gute Arbeitsplätze und Steuereinnahmen erhalten, die Wertschöpfung bleibt vor Ort.
Die Ausstattung von Dächern mit Solaranlagen gehört daher mittlerweile zum Standard. Gerade auf städtischen Gebäuden bietet sich die Nutzung zur Stromproduktion besonders an, da der Strom durch die tagsüber stattfindende Nutzung direkt verbraucht werden kann. Eine win-win Situation – Stromkosten für die Stadt werden gesenkt und gleichzeitig etwas für den Klimaschutz getan. 

Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fragt daher den Oberbürgermeister:

  1. Auf welchen städtischen Immobilien sind Photovoltaikanlagen mit welcher Leistung installiert?
  2. Wer sind ggf. die jeweiligen Vertragspartner (Pächter der Dachflächen) der Stadt?
  3. Für welche Dächer und/oder Fassaden welcher städtischer Immobilien ist in den Jahren 2025, 2026 und 2027 die Installation von Photovoltaikanlagen konkret geplant? Bitte tabellarisch auflisten. 
  4. Welche städtischen Gebäude sind nicht mit einer PV-Anlage ausgestattet und aus welchem Grund?
  5. Welche Maßnahmen leitet die Stadtverwaltung aus dem Pilotprojekt „Solar Empowerment“ der Landesenergieagentur ThEGA ab, das bis 2024 in Weimar durchgeführt wurde? 

Antwort auf Frage 1 und 2: Auf welchen städtischen Immobilien sind Photovoltaikanlagen mit welcher Leistung installiert? Wer sind ggf. die jeweiligen Vertragspartner (Pächter der Dachflächen) der Stadt?
Die nachfolgende Übersicht ist auf der Website der Stadt Weimar unter https://stadt.weimar.de/de/fotovoltaik.html  zu finden und wird mindestens einmal jährlich aktualisiert.

PV-Anlagen auf Gebäuden der Stadt Weimar und deren Beteiligungsgesellschaften
Standort - Betreiber/Eigentümer - Inbetriebnahme - Leistung [kWp] - Art der Nutzung
1 Goethegymnasium Amalienstraße 4 - WWS/Stadt Weimar - 2004 - 1,9 - Volleinspeisung
2 Gefahrenschutzzentrum Kromsdorfer Straße 13 - 2. Weimarer Bürgerkraftwerk GbR - 2007 - 27,28 - Pachtverhältnis Volleinspeisung
3 Pestalozzi RS Gutenbergstraße 32 Stadt Weimar 2011 16,65 Volleinspeisung
4 Sportfunktionsgebäude Lindenberg Lindenberg 24b Energiegenossenschaft Ilmtal eG 2013 29,4 Pachtverhältnis Volleinspeisung/Eigenstromnutzung
5 Baubetriebshof Halle 1 Schwanseestraße 100 Energiegenossenschaft Ilmtal eG 2013 29,8 Pachtverhältnis Volleinspeisung
6 Schulcampus Cranachschule Bonhoefferstraße 26 Immobilienservice Weimar GmbH 2014 40,9 Volleinspeisung
7 Schulcampus Schöndorf M.-Reichpietsch-Str. 14 HTG 2014 9,95 Eigenstromnutzung
8 Werkhallen Stadtwerke Industriestraße 14 Stadtwerke Weimar Stadtversorgungs- 2014 97,1 Volleinspeisung
9 Kita Legefeld Parkallee 1a HTG 2015 5,5 Eigenstromnutzung
10 Schulcampus „Am Paradies“ Moskauer Straße 63 Stadt Weimar 2015 9,95 Eigenstromnutzung
11 Redoute Ettersburger Str. 61 DNT 2018 9,9 Eigenstromnutzung
12 Kita Holzwürmchen Eduard-Rosenthal-Straße 41 b HTG 2018 9,57 Eigenstromnutzung
13 Zweifeldsporthalle Nordstraße Nordstraße 11b Stadt Weimar 2018 9,95 Eigenstromnutzung
14 Kita "Am Dichterweg" Dichterweg 44 Energiegenossenschaft Ilmtal eG 2020 29,7 Pachtverhältnis Volleinspeisung/
Eigenstromnutzung
15 Zweifeldsporthalle Meyerstraße Meyerstraße 51 Stadt Weimar 2020 9,6 Eigenstromnutzung
16 SBBS Bertuch Ernst-Busse-Str. 2 Stadt Weimar 2021 9,9 Eigenstromnutzung
17 Dreifeldsporthalle Weimar West Warschauer Str. 30 Stadt Weimar 2021 9,9 Eigenstromnutzung
18 congress centrum weimarhalle Unesco-Platz 1 Weimar GmbH 2023 90,2 Eigenstromnutzung
19 Stadtverwaltung Schwanssestraße 17 (Haus 1) Stadt Weimar 2024 32 Eigenstromnutzung
20 Gemeinschaftsschule Jenaplan Gropiusstraße 1 Stadt Weimar 2024 19,58 Eigenstromnutzung
21 Zweifeldsporthalle Nordstraße Nordstraße 11b Energiegenossenschaft Ilmtal eG 2024 96,32 Pachtverhältnis Volleinspeisung
22 Zweifeldsporthalle Meyerstraße Meyerstraße 51 Energiegenossenschaft Ilmtal eG 2024 82,56 Pachtverhältnis Volleinspeisung
23 Schule An der Hardt Am Hardtwege 2 Stadt Weimar 2024 30 Eigenstromnutzung

Antwort auf Frage 3: Für welche Dächer und/oder Fassaden welcher städtischer Immobilien ist in den Jahren 2025, 2026 und 2027 die Installation von Photovoltaikanlagen konkret geplant? Bitte tabellarisch auflisten.
Nachfolgend finden Sie eine Übersicht über die in 2025 und 2026 bereits geplanten PV-Anlagen.
Im letzten Jahr wurde mit der WWS eine Vereinbarung getroffen, in den kommenden Jahren auf ihren Schulen PV-Anlagen, vornehmlich zur Eigenstromnutzung, zu errichten. Hierbei wird die WWS als Bauherr der Anlagen auftreten, nach Errichtung der Anlagen kauft die Stadt Weimar diese und wird sie auch betreiben. Die Entscheidung, auf welchen Gebäuden die Anlagen errichtet werden und in welcher Größe, soll bilateral jeweils im Herbst vor dem geplanten Jahr der Errichtung entschieden werden. Die nachfolgende Liste ist also für 2026 noch nicht vollständig, für 2027 liegen noch keine Planungen vor.

24 Sporthalle An der Hardt Am Hardtwege 2 Stadt Weimar 2025 12 Eigenstromnutzung
25 Schulcampus „Am Paradies“ Moskauer Straße 63 Stadt Weimar 2025 24,6 Eigenstromnutzung
26 Dreifeldsporthalle Weimar West Warschauer Str. 30 Stadt Weimar 2025 24,6 Eigenstromnutzung
27 Humboldt-Gymnasium Prager Str. 42 Stadt Weimar 2025 24,6 Eigenstromnutzung
28 SBBS Bertuch Ernst-Busse-Str. 2 Stadt Weimar 2025 24,6 Eigenstromnutzung
29 Schiller-Gymnasium Th.- Mann-Str. 2 Stadt Weimar 2025 14,96 Eigenstromnutzung
30 Stadtverwaltung Schwanssestraße 17 (Haus 1) Stadt Weimar 2026 19,8 Eigenstromnutzung

Antwort auf Frage 4: Welche städtischen Gebäude sind nicht mit einer PV-Anlage ausgestattet und aus welchem Grund?
Alle außer die unter Frage 1 genannten.
Die Stadtverwaltung wählt die Reihenfolge der Projekte im Hinblick auf die Rentierlichkeit aus.
Vorzug haben Projekte, bei denen
- ohnehin eine Dachsanierung vorgenommen wird,
- vorzugsweise der Strom selbst genutzt werden kann, – Das erfordert eine gleichbleibende Grundlast. Das ist bei vielen städtischen Gebäuden nicht der Fall.
- die Tragfähigkeit der Dachkonstruktion ausreichend vorhanden ist.

Antwort auf Frage 5: Welche Maßnahmen leitet die Stadtverwaltung aus dem Pilotprojekt „Solar Empowerment“ der Landesenergieagentur ThEGA ab, das bis 2024 in Weimar durchgeführt wurde?
Mit dem Projekt „Solar Empowerment“, dass die Universität Erfurt gemeinsam mit der ThEGA in der Pilotkommune Weimar durchgeführt hat, sollten Gebäudebesitzerinnen und -besitzer über die solaren Potentiale auf ihren Gebäudedachflächen informiert und über die Zusendung einer individuellen Wirtschaftlichkeitsbetrachtung zur Errichtung einer PV-Anlage motiviert werden. In diesem Zuge wurde auch eine Infohotline durch die Universität Erfurt für Rückfragen zum Projekt geschaltet. An dieser Infohotline wurde häufiger der Wunsch nach einer sichtbareren, anbieterunabhängigen Beratung zu Themen der solaren Energieerzeugung geäußert. Daher hat die Stadtverwaltung Weimar mit der Verbraucherzentrale Thüringen vereinbart, dass, zusätzlich zu den 14-tägigen Beratungsterminen (14.30 - 17.30 Uhr; 2. + 4. Donnerstag im Monat nach Terminvereinbarung) eine Sonderberatung an den verwaltungsoffenen Samstagen in den Räumen der Stadtverwaltung stattfindet, die schwerpunktmäßig regenerative Energieerzeugung adressiert aber auch andere Beratungsangebote der Verbraucherzentrale abdeckt. Weiterhin informiert die Stadtverwaltung regelmäßig im Rathauskurier, sowie auf den städtischen Internetseiten und auf den Infomonitoren der Stadtverwaltung über die Beratungsangebote zu Fragen der solaren Energieerzeugung und entsprechende Informationstermine von Verbraucherzentrale, ThEGA und Stadtverwaltung.

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